Zwei Einheiten, zwei Rechensysteme
Bei Dateigroessen treffen zwei Zaehlaweisen aufeinander. Ein Kilobyte, abgekuerzt KB, folgt dem Dezimalsystem und entspricht tausend Byte. Ein Kibibyte, KiB, folgt dem Binaersystem und entspricht 1024 Byte. Das ist kein Rundungsfehler, sondern eine andere Definition. Wer die Umrechnung nachvollziehen will, stellt https://flinktools.de/ einfach neben eine Tabellenkalkulation: Beide wenden dieselbe Einheitengrundlage an.
Warum Computer mit 1024 arbeiten
Digitale Speicher adressieren Daten binaer, also mit Zuständen, die sich als null oder eins darstellen lassen. Speicherbereiche lassen sich deshalb besonders passend in Zweierpotenzen anordnen. 1024 Byte ergeben dabei ein Kibibyte, 1024 Kibibyte ein Mebibyte und so weiter. Die Vorsilben „kibi“, „mebi“ und „gibi“ machen diese binaere Herkunft sichtbar. Im Alltag werden die Bezeichnungen jedoch nicht immer sauber getrennt: Ein Programm kann einen binaer berechneten Wert anzeigen und dafuer trotzdem KB schreiben.
Hersteller rechnen bei Speichern dezimal
Bei Festplatten, Speicherkarten und USB-Speichern wird die Kapazitaet ueblicherweise dezimal angegeben. Der aufgedruckte Wert zaehlt also in Bloecken zu jeweils tausend Byte und verwendet bei groesseren Einheiten ebenfalls Zehnerpotenzen. Das ist fuer Hersteller und den Handel eine nachvollziehbare, einheitliche Angabe. Nach dem Einbau zeigt das Betriebssystem denselben Speicher aber moeglicherweise mit einer binaeren Umrechnung an. Die Zahl wirkt dann kleiner, obwohl kein Speicher verschwunden ist.
Was das Betriebssystem daraus macht
Ein Betriebssystem muss nicht nur die Rohkapazitaet anzeigen. Es beruecksichtigt auch Dateisysteme, Verwaltungsdaten und Bereiche, die fuer die interne Organisation benoetigt werden. Zudem entscheidet die jeweilige Software, ob sie dezimale oder binaere Einheiten nutzt und wie sie diese beschriftet. So kann ein Fenster eine geringere Zahl nennen als die Verpackung, waehrend ein anderes Programm denselben Datentraeger naeher am Herstellerwert darstellt. Die Beschriftung KB oder MB ist deshalb wichtiger als die Zahl allein.
Die haeufigsten Missverstaendnisse
- KB und KiB sind nicht zwei Schreibweisen fuer exakt dieselbe Einheit.
- Ein Datentraeger mit dezimaler Kapazitaetsangabe ist nicht automatisch fehlerhaft, wenn das System weniger anzeigt.
- Freier Speicher und die gesamte Kapazitaet beschreiben verschiedene Dinge.
- Byte und Bit duerfen nicht verwechselt werden: Ein Byte besteht aus mehreren Bits, waehrend Datenuebertragungen oft in Bit angegeben werden.
- Rundungen koennen die letzte angezeigte Stelle veraendern, erklaeren aber nicht den gesamten Unterschied zwischen den Rechensystemen.
Warum Dateigroessen ebenfalls abweichen
Bei einer einzelnen Datei kommen weitere Faktoren hinzu. Dateisysteme speichern Daten in Bloecken, deren Groesse nicht immer genau zur Datei passt. Der letzte Block kann teilweise leer bleiben, wird aber dennoch belegt. Ausserdem zeigen Dateiverwaltung, Archivprogramm und Uebertragungsprogramm unter Umstaenden unterschiedliche Einheiten oder runden unterschiedlich stark. Eine Datei kann deshalb bei der tatsaechlichen Bytezahl gleich bleiben, aber in zwei Ansichten verschieden gross erscheinen.
Welche Angabe fuer den Vergleich zaehlt
Fuer einen sauberen Vergleich sollten Sie zuerst klaeren, ob KB oder KiB gemeint ist und ob die Anzeige die gesamte Kapazitaet, den belegten oder den freien Platz nennt. Die Bytezahl ist die gemeinsame Grundlage, sofern sie unveraendert angegeben wird. Bei Kaufentscheidungen zaehlt die technische Kapazitaet zusammen mit dem nutzbaren Platz; bei Fehlermeldungen ist dagegen entscheidend, welche Einheit das betreffende Programm verwendet. Der scheinbare Widerspruch entsteht meist nicht durch eine defekte Datei, sondern durch eine unklare Beschriftung oder unterschiedliche Systemdaten.